Autorin in der Schule

Expertin im Unterricht:

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Petra Bartoli y Eckert

Wie viele Bücher schreiben Sie eigentlich so am Tag?

Diese Frage bekommt Frau Bartoli y Eckert immer wieder gestellt, besonders von Grundschülern, die sich nicht vorstellen können, wie viel Arbeit in einem fertigen Buch steckt.

Auf Nachfrage der Klassen A, B, und C der Klinikschule der KJP Regenburg berichtigt die Kinder- und Jugendbuchautorin diese Vorstellung. Sie erzählt uns, dass sie mindestens ein halbes Jahr an einem Buch sitzen würde.

Die Vorstellung, dass eine Autorin spät aufstehen würde und sich nach ein paar Tassen Kaffee gemütlich an ihr Tageswerk begeben würde, träfe auf sie nicht zu. 8- 11 Stunden Arbeit am Tag sind normal.

Das „richtige Schreiben“ hat sie in einem Studium für Drehbuchautoren vertiefen können, die Idee dazu hatte sie schon vorher. Seit ca. 10 Jahren ist sie nun als Autorin für verschiedene Alterszielgruppen tätig. So schrieb sie z. B. Drehbücher für „dahoam is dahoam“, Vorlesegeschichten, Erstlesebücher für Schulanfänger, Kinder- und Jugendbücher, aber auch Bücher für ältere Menschen mit Demenz oder Lehrbücher für Menschen in sozialen Berufen.

Ihr eigenes Lieblingsbuch heißt „weiß-blau-bunt“, eine Sammlung von bayerischen Geschichten für Kinder.

Die Inspiration für ihre Geschichten nimmt die Autorin aus ihrem eigenen Leben. Der Gedanke für „eine Fabrik in der Wolken hergestellt werden“ kam ihr beispielsweise, als ein befreundetes Kind sie beim Anblick eines rauchenden Fabrikschlotes fragte, ob dort Wolken produziert würden.

Eine der anwesenden Schülerinnen zeigt Frau Bartoli y Eckert eine Bildbeschreibung, die sie kürzlich verfasst hat und ist mächtig stolz, dass sie ein großes Lob für ihre Zeilen einfahren kann und ermutigt wird, mit ihrem offensichtlichen Talent auch weiter zu schreiben.

Am Ende dürfen wir Autogrammkarten von der Autorin signieren lassen, einer der Schüler will auch für seine Oma – ein großer Fan von „dahoam is dahoam“- eine ganz spezielle Widmung.

Wer jetzt neugierig geworden ist und zur Einstimmung auf Weihnachten ein Buch von Frau Bartoli y Eckert zum Vorlesen in die Hand nehmen möchte, dem raten wir zu „24 Adventsgeschichten für die Kleinsten“ oder „Advent – 5 Minuten Vorlesegeschichten für Menschen mit Demenz“

…und wer noch mehr wissen möchte, liest einfach unsere zusätzlichen Interviewfragen im Kasten nach…

Auszüge aus dem Experteninterview:

S: Was war das längste Buch, das Sie bisher geschrieben haben?

Fr.B.: Mein längstes Buch ist ein Jugendroman. Der ist aber noch nicht fertig. Er wird gerade beim Verlag überarbeitet.

S: Wie haben Sie zum Schreiben begonnen? Warum haben Sie angefangen zu schreiben?

Fr.B.: Meine Oma hat mir immer viele Geschichten von früher erzählt und diese Geschichten und so wie ich es mir alles vorstellte hat mich ungeheuer fasziniert. Es war eine ganz andere Welt als heute. Und irgendwann dachte ich plötzlich: Schade, dass meine Tochter das alles nie erfahren wird, dass sie es nie hören kann… und so kam ich auf die Idee, diese Geschichten aufzuschreiben. Und als ich schrieb, merkte ich auf einmal, dass da eine ganz eigene Welt entstand und eigene Geschichten … ja, und so kam ich zum Schreiben. Und aus den Geschichten meiner Oma wurde auch mein erster eigener Roman für Erwachsene.

S: Wie viel verdienen Sie?

Fr.B.: (lacht) Das kommt darauf an, wie viel von meinen Büchern verkauft werden. Wenn es ein kleines Buch ist, dann bekomme ich für ein verkauftes Buch zwischen 20 und 50 Cent.

S: Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

Fr.B.: Das ist ganz unterschiedlich. Für ein dünnes Buch, also so 40 oder 50 Seiten, brauche ich ungefähr zwei Wochen. Für ein dickeres mit ca. 200 Seiten oder mehr brauche ich auf jeden Fall ein halbes Jahr. Es dauert aber noch viel länger, bis das Buch dann im Buchhandel erscheint. Meistens sind es ein bis zwei Jahre, da es beim Verlag ja noch bearbeitet wird. Dort malt zum Beispiel ein Illustrator noch die passenden Bilder.

S: Mögen Sie Krimis?

Fr.B.: Ja, sogar sehr gerne. Die lese ich am liebsten! Aber während ich an einem Buch schreibe, kann ich leider keine anderen Bücher mehr lesen, denn sonst bringt mich das durcheinander. Wenn ich ein Buch schreibe, dann lebe ich ganz in der Welt dieser Geschichte… und andere Geschichten haben dann keinen Platz mehr.

S: Ist es eine Ehre für Sie zu schreiben?

Fr.B.: Ja, es ist mir sogar eine ganz große Ehre.

Strehlein, M. Lehrer; Dezember 2017