Rettungspiloten

Mitte Oktober 2017 kam einer der Rettungspiloten der deutschen Luftrettung (DRF) von seiner Station an der Uniklinik Regensburg zu uns in den Unterricht und stellte sich den Fragen der Klassen A, B und D.

„Sind Sie mit dem Hubschrauber hierher geflogen?“, wurde er gleich eingangs überfallen? „Nee, nee, privat dürfen wir hier nicht herumfliegen. Der Hubschrauber ist an der Uniklinik geparkt.“

Die Kinder und Jugendlichen hatten sich schon im Vorfeld spannende Fragen überlegt und lauschten den Antworten von Herrn Oliver Grossmann mit großen Augen. Manche brauchten mehrere Anläufe, um ihren ganzen Mut zusammenzunehmen und die Fragen zu stellen.

So erfuhren wir beispielsweise, dass es zwei Möglichkeiten gibt, um Hubschrauberpilot bei der Luftrettung zu werden: Entweder man verpflichtet sich über einen längeren Zeitraum bei der Bundeswehr, macht dort alle nötigen Scheine und wechselt später zur Luftrettung. Oder man zahlt die Ausbildung selbst.

Rettungspilot

„Wie lange dauert denn dann die Ausbildung?“, wollte ein Schüler genau wissen. „Die Ausbildung dauert gute zwei Jahre“, gab Herr Grossmann Auskunft.

„Und wie lange hat es gedauert, bis sie bei einem RICHTIGEN Notfall mitfliegen durften?“ „Also, das dauert noch länger“, erklärt uns der Pilot. „Man fliegt bei der Ausbildung mindestens 500 Flugstunden, bevor man in der Luftrettung beginnen darf. D.h. nach guten 500 Stunden bin ich den ersten Einsatz geflogen. Und dann fliegt man viele Stunden erst einmal als Copilot.“

Natürlich wollten die Schüler auch erfahren, ob sie im Hubschrauber mitfliegen dürften. Herr Grossman erklärte, dass eine Flugminute im Rettungshubschrauber mit über 50 Euro in Rechnung gestellt werden würde, inklusive Start und Landung. So würde alleine das Anlassen und Abheben des Hubschraubers schon mehrere hundert Euro kosten. Mitfliegen dürfe man eh nur als Patient, diese würden den Flug aber meist sediert auf der Liege verbringen und nur wenig mitbekommen.

„Macht Ihnen Ihr Beruf Spaß?“, wollte einer der Schüler wissen. Herr Grossmann schwärmte von spannenden Flügen über schöne Landschaften, machte uns aber auch klar, dass es in erster Linie um effektive Rettungseinsätze und ein gutes Zusammenspiel innerhalb des Einsatzteams (bestehend aus Arzt, Sanitäter und Pilot) gehen würde.

Viele weitere Fragen konnten geklärt werden und als wir Herrn Grossmann verabschiedeten, überraschte er uns mit Aufklebern seines Hubschraubers und Hubschraubergummibärchen. Solche Experten dürfen öfter zu uns kommen.