Schule schwänzen um zu streiken? Ja und?

It all started with… … einem Link zur Rede von Greta Thunberg, in der sie eindrucksvoll erzählt wer sie ist, was sie denkt und vor allem was sie von den Erwachsenen fordert.

Rede von Greta Thunberg

Die erste Reaktion einer Schülerin nach der Rede „Warum zeigt uns die Lehrerin so etwas, wir sind doch schon depressiv?“ zeigte eindrücklich, wie betroffen wir waren. Wir recherchierten gemeinsam mit unseren Lehrern in den Print- und Digitalmedien und erhielten ein immer besseres Bild der Aktion „Schulstreik fürs Klima“. Angefangen hatte alles am 20. August 2018 mit der damals 15 jährigen Greta Thunberg aus Schweden. Die Schülerin ging an diesem Freitag nicht wie gewohnt zur Schule, sondern setzte sich vor den schwedischen Reichstag um für das Klima zu streiken. In der Hand hielt sie ein Schild mit der Aufschrift „Schulstreik fürs Klima“. Inspiriert von dieser mutigen Aktion taten es ihr bald immer mehr Schülerinnen und Schüler aus Schweden und der ganzen Welt gleich. 20.000 Schüler aus 270 Städten waren es bis Anfang Dezember. In den nächsten Tagen erfuhren wir, dass ein solcher Schulstreik am 08.02. auch in Regensburg geplant war. Die Idee, uns ebenfalls daran zu beteiligen, war geboren. Glücklicherweise konnten wir die Schulleitung und auch die verantwortlichen Ärzte schnell für die Aktion begeistern. Was nun – ein Tag vor dem Streik – noch fehlte, war ein anständiges Plakat. Mit der Unterstützung unserer Lehrkräfte gelang es uns durch Teamarbeit ein großes, aussagekräftiges Schild zu gestalten.

Am Tag des Streiks ging es um kurz nach 10 Uhr für uns 11 Jugendliche aus der KJP endlich los. Begleitet wurden wir von unserem ebenfalls sehr motivierten Lehrer, der Kunsttherapeutin, und einer Kinderkrankenpflege-Schülerin, die zurzeit das Pflegepersonal der Station unterstützt. Mit dem Bus, der sich im Laufe der Fahrt mit immer mehr streikenden Schülern füllte, ging es zum Neupfarrplatz in Regensburg. Bis um 11 Uhr war dieser dann mit ca. 400 (laut Aussage der Polizei) bis 1000(laut Aussage der Veranstalter) Schülerinnen und Schülern aus der ganzen Stadt gefüllt. Da noch niemand von uns vorher jemals eine Kundgebung oder Demo besucht hatte, machte diese große Menge an gleichgesinnten Kindern und Jugendlichen ordentlich Eindruck auf uns alle. So standen wir also inmitten von ebenfalls Schulstreikenden, deren Plakate auch einiges hermachten. Sprüche wie: „There is no PLANET B“ und „Ganz, ganz dünnes Eis“ brachten auch ihren Frust über die derzeitige Situation zum Ausdruck. Von zwei Schülern moderiert startete die Kundgebung mit einem kleinen Warm-up für den Kohleausstieg und mehreren Sprechchören. Das Gefühl, mit so vielen Gleichaltrigen gemeinsam ein Zeichen zu setzen, war eine großartige Erfahrung. Auch wenn man die Redner auf der kleinen Bühne kaum verstand, so war unsere Message doch jedem klar: Wir nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand und treten für den Klimaschutz ein!

Um pünktlich zum Mittagessen wieder zurück auf Station zu sein, machten wir uns um kurz nach 12 Uhr wieder auf den Rückweg. Etwas durchgefroren, aber mit vielen neuen Eindrücken und einem breiten Lächeln im Gesicht konnten wir den anderen Patienten von dieser neuen Erfahrung berichten. Wir möchten uns vor allem bei unseren Lehrern, aber auch bei allen anderen Befürwortern für die tatkräftige Unterstützung bedanken. Wir hoffen, dass bei den nächsten Streiks in Regensburg und auf der ganzen Welt noch mehr Schülerinnen und Schüler für das Klima – und ihre Zukunft- die Schule schwänzen.

Text: Sarah und Louisa, 10. Klasse

Foto: M. Strehlein, I. Brunner